Das Obergeschoss
Das Obergeschoss von Castel del Monte folgt der Struktur und Verteilung der Räume im Erdgeschoss. Vor den Plünderungen, die das Schloss seiner Marmorverkleidungen, Mosaikdekorationen und Skulpturen beraubten, waren die Wände der Räume bis zu den Rahmen mit raffinierten Marmorplatten verkleidet. Auch die Säulen sind aus Marmor, mit drei Schäften, die von einem Kapitell mit pflanzlichen Motiven verbunden sind. Eine Sitzbank verläuft entlang der Wände jedes Raumes. Die Korallenbrekzie, die für die Verkleidung von Türen und Fenstern sowie in den Nischen neben den Kaminen verwendet wurde, verleiht den Räumen Raffinesse und Eleganz. Fantasievolle Schlusssteine schmücken die Decken. In den Lunetten ist die römische Bautechnik des opus reticulatum zu erkennen, die ein regelmäßiges Gittermuster aus quadratischen Ziegeln darstellt, die diagonal angeordnet sind.
Im Vergleich zum Erdgeschoss sind die Räume im ersten Stock aufgrund der gotischen Dreibogen- und Zwillingsfenster, die sich nach außen öffnen, sowie der runden Einzelfenster und der französischen Fenster, die zum Innenhof führen, heller.
Im Schlussstein dieses Raumes sind vier phantastische Tiere aus Kalkstein gemeißelt, die sich in einer kreisförmigen Bewegung gegenseitig beißen, vielleicht um die unaufhaltsame Bewegung der Zeit zu beschwören.
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